Historische Schreibsprachen - Internetbibliographie

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OSTNIEDERLÄNDISCH: Schreibsprachenkennzeichen 

Basiert auf einer Liste von Jürgen Wolf und Ergänzungen von Robert Peters. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. - Die Abgrenzung zum Groningisch-Ostfriesischen, das vollständig dem Niederdeutschen zugerechnet wird, ist meiner Ansicht nach nicht ganz einfach.

Allgemeine Kennzeichen

  • niederländisch-westfälische Mischsprache. Hat daher niederländische und westfälische Gemeinsamkeiten: sal, mensch, derde, tegen, tüsschen, ofte, want

  • wie im Westfälischen: a > o vor ld, lt : holden, solt. Kennwörter: vrent, hillich, sünte, wal, mer

  • wie im Niederländischen: u > o vor Nasalverbindung : ons 'uns', und elk 'jeder', geen 'kein', niet 'nicht', ende 'und'.

  • Schwanken zwischen Westfälischen und Niederländischen Formen: brief / breef, dese / desse, op / up

  • Anstelle des e:-Lauts wird i, y geschrieben: tut / te(e)t / tit / tyt 'zieht'

  • 'sein': für den Pl. Präs. Ind. sint und sin existieren regionale Varianten wie sünt / sinnen im Ostniederländischen und Ostfriesischen: sin / sint / sunt / sit / sinnen.

  • 'ihm': in ostniederländ., auch in ostfriesischen Texten ist h-Anlaut belegt: hem. Im Auslaut konnte -em zu -en werden.

  • 'ihr': Normalform: ere. Im ostnl. und ostfries. Texten begegnen Formen mit h-Anlaut: here / hore / hare.

  • Interrogativpronomen 'wer': wel.

  • 'kein': gi:n.

  • 'nichts': in der Schreibsprache: nit / net.

  • 'vielleicht': machschin / machschyen / machscheyn.

  • 'wohl': wal / wale.

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zuletzt geändert am 26.02.2007 © JW, RP und © BP